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Aktuelles

Trainerlehrgang des Kishido TVH

Eine wichtige Voraussetzung, um gutes Training geben zu können, sind regelmäßige Fortbildungen, auch um keine neuen Entwicklungen zu verpassen.

Der erste Teil des diesjährige Trainerlehrgangs befasste sich mit realitätsnahen Abwehren für die Selbstverteidigung. Im Fortgeschrittenen-Bereich (ab blauem Gürtel) wird in den Gürtelprüfungen erwartet, dass Angriff und Verteidigung möglichst nahe an reale Selbstverteidigungssituationen kommen. Während es bei den Anfängern zunächst wichtig ist, grundlegende Bewegungsabläufe einzuüben, soll später auch die Voraussetzung dafür geschaffen werden, dass die Jiu Jitsuka einem realen Angriff gewachsen sind.
Im Trainerlehrgang wurde dies an den Beispielen Pistolenabwehr und Würgeangriffen behandelt. Bei einer auf den Körper aufgesetzten Schusswaffe bleiben dem Verteidiger nur Sekundenbruchteile für eine Reaktion. Hier ist es notwendig, den Angreifer z.B. durch ein Gespräch abzulenken. Beim Training mit Soft-Air-Waffen konnten die Lehrgangsteilnehmer körperlich spüren, wenn das Ausweichen aus der Schusslinie zu spät erfolgte. Bei den anschließend behandelten Würgeangriffen führte ein dynamischer Angriff (das Opfer wird nicht nur gewürgt, sondern auch noch nach hinten gestoßen bzw. geschoben) im Lehrgang meist zu einem Kampf in Bodenlage. Hierbei wurde allen Teilnehmern noch einmal bewusst, wie wichtig die konsequente Gegenwehr durch Atemi-Techniken gegen Vitalpunkte im Rahmen der Notwehr ist.


Der zweite Teil des Lehrgangs widmete sich einem ganz anderen wichtigem Thema, der Erstellung eines Kinderschutzkonzeptes. Gerade bei unserer Kampfkunst, bei der Körperkontakt unvermeidlich ist, müssen wir ganz besonders darauf achten, dass es zu keinen Grenzverletzungen oder gar Übergriffen kommt, weder zwischen Trainer und Schüler noch zwischen Schülern untereinander. Ein Konzept aus verschiedenen Bausteinen, unter anderem polizeiliche Führungszeugnisse für alle Trainer, regelmäßige Schulungen und offene Trainings (Eltern sind jederzeit als Zuschauer willkommen) soll helfen, das Risiko so gering wie möglich zu halten. Vor allem eine Atmosphäre der Rücksichtnahme und des gegenseitigen Respekts tragen dazu bei, dass sich alle Jiu Jitsuka beim Training wohl und sicher fühlen können.

I. Bartnick